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Inkontinenzpflege: Hygiene, Hautschutz und richtige Handschuhe
🧼 Hygiene & Gesundheit
Inkontinenzpflege: hygienisch und hautschonend
Gute Inkontinenzpflege verbindet zwei Ziele: Die pflegebedürftige Person wird vor Hautschäden und Infektionen geschützt, die Pflegekraft vor dem Kontakt mit Ausscheidungen. Erreicht wird das mit einer sanften Hautreinigung, gezieltem Hautschutz, einem zügigen Wechsel des Inkontinenzmaterials und einer klaren Abfolge von Händedesinfektion und Handschuhwechsel. Dieser Ratgeber beschreibt den Ablauf Schritt für Schritt – für die stationäre und ambulante Pflege ebenso wie für pflegende Angehörige.
Warum die Haut besonderen Schutz braucht
Dauerhafte Feuchtigkeit durch Urin oder Stuhl weicht die oberste Hautschicht auf. Enzyme aus dem Stuhl und häufiges Waschen mit Seife belasten die Hautbarriere zusätzlich. Die Folge kann eine inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) sein – eine Entzündung der Haut im Intim- und Gesäßbereich mit Rötung, Brennen und im fortgeschrittenen Stadium offenen Stellen. Geschädigte Haut ist anfälliger für Infektionen und schmerzhaft für die betroffene Person.
Konsequente, schonende Hautreinigung und gezielter Hautschutz sind die zentralen Maßnahmen, um einer IAD vorzubeugen. Bei Hautveränderungen sollten Sie dennoch frühzeitig ärztlichen oder pflegefachlichen Rat einholen.
Material bereitlegen
Wer alles griffbereit hat, muss die Versorgung nicht unterbrechen und vermeidet, mit verunreinigten Handschuhen Schränke oder Türgriffe zu berühren. Bewährt hat sich folgende Ausstattung:
| Material | Zweck |
|---|---|
| Händedesinfektionsmittel | Händedesinfektion vor und nach der Versorgung sowie beim Handschuhwechsel |
| Einmalhandschuhe (zwei Paar oder mehr) | Eigenschutz, Wechsel zwischen unreinem und reinem Arbeitsschritt |
| Schutzschürze | Schutz der Dienst- oder Alltagskleidung vor Verunreinigung |
| Einmal-Pflegetücher oder Waschlappen mit pH-hautneutraler Waschlotion | schonende Reinigung der Haut |
| Hautschutzprodukt | Barriere gegen Feuchtigkeit nach der Reinigung |
| Frisches Inkontinenzmaterial, ggf. Bettschutzunterlage | neue Versorgung |
| Abwurfbeutel | direkte Entsorgung von benutztem Material |
Ablauf Schritt für Schritt
| 1 | Information und Intimsphäre Kündigen Sie jeden Schritt an, schließen Sie Tür und Vorhang und decken Sie nicht benötigte Körperbereiche ab. |
| 2 | Hände desinfizieren, Schutzkleidung anlegen Hygienische Händedesinfektion durchführen, Hände vollständig trocknen lassen, Schürze und Einmalhandschuhe anziehen. |
| 3 | Benutztes Material entfernen Inkontinenzmaterial von vorn nach hinten lösen, einrollen und sofort in den Abwurfbeutel geben. |
| 4 | Haut reinigen Von vorn nach hinten reinigen – also vom Genitalbereich zum After –, damit keine Darmkeime in die Harnröhre gelangen. Für jeden Wischvorgang eine frische Tuchfläche verwenden. Sanft tupfen statt reiben. |
| 5 | Handschuhe wechseln Nach dem unreinen Arbeitsschritt die Handschuhe ausziehen, die Hände desinfizieren und frische Handschuhe anziehen. So tragen Sie keine Keime aus der Reinigung auf das neue Material oder den Hautschutz. |
| 6 | Haut trocknen und schützen Hautfalten sorgfältig trocken tupfen und ein Hautschutzprodukt dünn auftragen. |
| 7 | Neues Material anlegen Inkontinenzmaterial faltenfrei anlegen, Passform prüfen, Bettwäsche glätten. |
| 8 | Abschließen Handschuhe und Schürze ablegen, Hände desinfizieren, Abwurfbeutel verschließen und entsorgen. |
Hautreinigung: weniger ist mehr
Für die Reinigung im Intimbereich eignen sich Waschlotionen mit hautneutralem pH-Wert oder vorgetränkte Pflegetücher für den Einmalgebrauch. Herkömmliche Seife ist alkalisch und kann die Hautbarriere bei häufiger Anwendung zusätzlich schwächen. Einmaltücher haben im Pflegealltag einen weiteren Vorteil: Sie werden nach einem Wischvorgang verworfen, Waschschüssel und Waschlappen müssen nicht aufbereitet werden.
Vermeiden Sie kräftiges Rubbeln und heißes Wasser. Beides reizt die ohnehin beanspruchte Haut. Puder ist ungeeignet, weil er mit Feuchtigkeit verklumpt und reiben kann.
Die richtigen Handschuhe für die Inkontinenzpflege
Für die Inkontinenzversorgung werden unsterile medizinische Einmalhandschuhe verwendet. Worauf es ankommt:
- Passform: Zu große Handschuhe rutschen und behindern, zu kleine reißen leichter. Eine Größentabelle hilft bei der Auswahl.
- Material: Nitrilhandschuhe sind latexfrei; enthaltene Beschleuniger können jedoch Typ-IV-Allergien auslösen. Vinylhandschuhe sind latex- und beschleunigerfrei. Bei bekannter Latexallergie von Pflegekraft oder pflegebedürftiger Person sind latexfreie Handschuhe Pflicht.
- Norm: Medizinische Einmalhandschuhe nach EN 455 sind für den Kontakt mit Körperflüssigkeiten und Ausscheidungen vorgesehen.
- Vorrat: Pro Versorgung werden mindestens zwei Paar benötigt, weil zwischen unreinem und reinem Arbeitsschritt gewechselt wird.
Eine Auswahl finden Sie in unserer Kategorie Handschuhe für die Pflege. Wann Handschuhe gewechselt werden müssen, lesen Sie ausführlich in unserem Beitrag zum Handschuhwechsel und Hautschutz in Pflegeheimen.
Entsorgung von Inkontinenzmaterial
Benutztes Inkontinenzmaterial, Pflegetücher und Handschuhe werden direkt nach der Versorgung in einen Abwurfbeutel gegeben und gemäß den Vorschriften des örtlichen Entsorgers entsorgt. In Einrichtungen regelt der Hygieneplan, welche Abfallbehälter für welche Abfälle vorgesehen sind. Liegen besondere Infektionserreger vor, gelten die Vorgaben der Einrichtung zum Umgang mit infektiösem Material.
Häufige Fragen zur Inkontinenzpflege
Wie oft sollte Inkontinenzmaterial gewechselt werden?
So oft, dass die Haut nicht dauerhaft feucht ist – also zeitnah nach jeder Stuhlausscheidung und abhängig von der Saugleistung des Materials und der Urinmenge. Der individuelle Rhythmus wird im Pflegeplan festgelegt.
Warum wird von vorn nach hinten gereinigt?
Damit keine Darmkeime aus dem Analbereich in die Harnröhre gelangen. Das senkt das Risiko für Harnwegsinfektionen.
Muss ich während der Versorgung die Handschuhe wechseln?
Ja. Nach der Reinigung, also dem unreinen Arbeitsschritt, werden die Handschuhe gewechselt und die Hände dazwischen desinfiziert, bevor Hautschutz und neues Material angelegt werden.
Sind Pflegetücher besser als Waschlappen?
Einmal-Pflegetücher vermeiden die Aufbereitung von Waschlappen und Waschschüssel und werden nach einem Wischvorgang verworfen. Mit Waschlappen ist hygienisches Arbeiten ebenfalls möglich, wenn sie nach jeder Anwendung gewechselt und aufbereitet werden.
Woran erkenne ich eine inkontinenz-assoziierte Dermatitis?
Typisch sind Rötungen, Brennen oder Juckreiz im Intim- und Gesäßbereich, später auch nässende oder offene Stellen. Bei solchen Veränderungen sollte frühzeitig ärztlicher oder pflegefachlicher Rat eingeholt werden.
Welche Handschuhe eignen sich für die Intimpflege?
Unsterile medizinische Einmalhandschuhe nach EN 455 in passender Größe, bei Latexallergie aus Nitril oder Vinyl.
Pflegebedarf bei einwegbedarf24.de
Für die Inkontinenzversorgung finden Sie bei einwegbedarf24.de Einmalhandschuhe für die Pflege, Pflegetücher, Händedesinfektion und weiteres Zubehör – für Pflegeeinrichtungen, ambulante Dienste, den Fachhandel und Haushalte mit erhöhtem Bedarf. Wie die Händedesinfektion korrekt gelingt, zeigt unsere Anleitung in 6 Schritten mit Aushang zum Ausdrucken.
Quellen und weiterführende Informationen
[1] Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Bundesgesundheitsblatt 2016; 59: 1189–1220
[2] Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP): Expertenstandard Förderung der Harnkontinenz in der Pflege
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und wurde mit KI Unterstützung erstellt. Er ersetzt keine individuelle Arbeitsschutz-, Hygiene-, Rechts- oder Medizinproduktberatung. Für die konkrete Eignung eines Produkts sind Herstellerangaben, Normkennzeichnungen und betriebliche Anforderungen zu prüfen.
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