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Händedesinfektion: Anleitung in 6 Schritten mit PDF-Aushang
🧼 Hygiene & Gesundheit
Händedesinfektion richtig durchführen: das Wichtigste vorab
Eine wirksame hygienische Händedesinfektion gelingt, wenn die gesamte Handoberfläche für die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit – üblicherweise 30 Sekunden – vollständig mit Desinfektionsmittel benetzt bleibt. Entscheidend ist also nicht eine bestimmte Bewegungsfolge, sondern dass keine Stelle ausgelassen wird: Fingerkuppen, Nagelfalze und Daumen werden dabei in der Praxis oft nicht ausreichend berücksichtigt. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie vorgehen, wann eine Händedesinfektion fällig ist und welche Fehler die Wirkung mindern. Am Ende finden Sie einen kostenlosen Aushang als PDF zum Ausdrucken für Praxis, Pflege, Labor oder Küche.

Spender in Griffweite erleichtern die Händedesinfektion.
Hygienische und chirurgische Händedesinfektion: der Unterschied
Im Alltag von Praxis, Pflege und Lebensmittelbetrieb geht es in der Regel um die hygienische Händedesinfektion. Sie soll Krankheitserreger, die bei der Arbeit auf die Hände gelangt sind (die sogenannte transiente Hautflora), zuverlässig reduzieren und so Übertragungen auf Patienten, Bewohner, Kollegen oder Lebensmittel verhindern.
Die chirurgische Händedesinfektion ist dagegen dem OP-Bereich und vergleichbaren invasiven Eingriffen vorbehalten. Sie umfasst zusätzlich die Unterarme, dauert deutlich länger und richtet sich nach der Einwirkzeit, die der Hersteller für dieses Verfahren angibt. Geprüft werden Präparate für beide Verfahren nach eigenen Normen: die hygienische Händedesinfektion nach EN 1500, die chirurgische nach EN 12791.
| Merkmal | Hygienische Händedesinfektion | Chirurgische Händedesinfektion |
|---|---|---|
| Ziel | Übertragung von Erregern verhindern | Keimzahl vor operativen Eingriffen so weit wie möglich senken |
| Bereich | Hände bis zum Handgelenk | Hände und Unterarme bis zum Ellenbogen |
| Einwirkzeit | laut Hersteller, üblicherweise 30 Sekunden | laut Hersteller, deutlich länger |
| Prüfnorm | EN 1500 | EN 12791 |
| Typische Einsatzorte | Arztpraxis, Pflege, Labor, Kosmetik, Lebensmittelbetrieb | OP, invasive Eingriffe |
Anleitung: Händedesinfektion in 6 Schritten
Die folgende Bewegungsfolge geht auf das Einreibeverfahren der Prüfnorm EN 1500 zurück und hat sich als Schulungs- und Merkhilfe bewährt. Die Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) am Robert Koch-Institut weist in ihrer Empfehlung zur Händehygiene darauf hin, dass eine selbst gewählte Einreibetechnik gleichwertig ist, solange alle Hautflächen vollständig benetzt werden [1]. Die sechs Schritte helfen genau dabei, nichts zu vergessen.
Vorbereitung
Nehmen Sie etwa 3 bis 5 ml Händedesinfektionsmittel in die trockene, hohle Hand – so viel, dass beide Hände während der gesamten Einwirkzeit benetzt bleiben. Laut KRINKO verringert sich die benetzte Fläche deutlich, wenn weniger als 2 ml verwendet werden [1]. Lieber einmal nachdosieren, als mit zu wenig Mittel zu arbeiten.
Die 6 Schritte
| 1 | Handfläche auf Handfläche Das Mittel zwischen beiden Handflächen verreiben. |
| 2 | Handrücken Die rechte Handfläche über den linken Handrücken reiben, die Finger dabei ineinander verschränkt – dann die Seiten wechseln. |
| 3 | Fingerzwischenräume Handfläche auf Handfläche mit verschränkten, gespreizten Fingern reiben. |
| 4 | Fingerrücken Die Außenseiten der Finger in die gegenüberliegende Handfläche legen, Finger verschränken und hin und her reiben. |
| 5 | Daumen Den linken Daumen mit der rechten Hand umschließen und kreisend einreiben – dann wechseln. |
| 6 | Fingerkuppen und Nagelfalze Die geschlossenen Fingerkuppen der rechten Hand kreisend in der linken Handfläche reiben – dann wechseln. |
Wiederholen Sie die Bewegungen, bis die Einwirkzeit erreicht ist, und lassen Sie das Mittel vollständig auftrocknen. Nicht abwischen, nicht trocken schütteln und nicht abspülen.
Wann ist eine Händedesinfektion nötig?
In Einrichtungen des Gesundheitswesens orientiert sich die Praxis an den fünf Indikationen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die auch die KRINKO übernommen hat [1]. Eine Händedesinfektion ist demnach durchzuführen:
- unmittelbar vor direktem Patientenkontakt,
- unmittelbar vor aseptischen Tätigkeiten (zum Beispiel Umgang mit Kathetern, Injektionen, Verbandwechsel),
- unmittelbar nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material (Blut, Sekrete, Ausscheidungen),
- nach direktem Patientenkontakt,
- nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung (Bett, Nachttisch, Monitor).
Das gilt unabhängig davon, ob anschließend Handschuhe angezogen werden. Auch nach dem Ausziehen von Einmalhandschuhen empfiehlt die KRINKO eine Händedesinfektion, weil unbemerkte Perforationen und eine Verunreinigung beim Ausziehen nicht auszuschließen sind [1]. Außerhalb des Gesundheitswesens – etwa in Kosmetik- und Tattoostudios, in der Gemeinschaftsverpflegung oder im Labor – legt der betriebliche Hygieneplan fest, in welchen Situationen desinfiziert wird.
Voraussetzungen: Nägel, Schmuck und Haut
Eine Händedesinfektion kann nur dort wirken, wo das Mittel die Haut erreicht. Deshalb nennt die KRINKO klare Voraussetzungen [1]:
- Fingernägel kurz geschnitten, mit den Fingerkuppen abschließend, ohne Nagellack. Künstliche und gegelte Nägel sind nicht zulässig.
- Kein Schmuck an Händen und Unterarmen: keine Ringe, Armbänder, Armbanduhren oder Piercings in Bereichen, in denen Händedesinfektion durchgeführt wird. Für Beschäftigte gilt zusätzlich die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe TRBA 250.
- Intakte Haut: Rissige oder entzündete Haut lässt sich schlechter desinfizieren und kann Erreger beherbergen. Regelmäßiger Hautschutz und Hautpflege nach dem betrieblichen Hautschutzplan gehören deshalb dazu.
Händewaschen oder desinfizieren?
Händewaschen und Händedesinfektion haben unterschiedliche Aufgaben. Waschen entfernt sichtbaren Schmutz, ersetzt aber keine Desinfektion. Bei sichtbar verschmutzten Händen werden diese zuerst gewaschen und sorgfältig abgetrocknet, dann desinfiziert. Sind die Hände sauber, reicht die Desinfektion allein.
Eine Ausnahme sind bakterielle Sporen, zum Beispiel von Clostridioides difficile. Alkohole wirken nicht gegen Sporen. Bei entsprechendem Übertragungsrisiko empfiehlt die KRINKO daher Einmalhandschuhe und nach dem Ablegen sowie der Händedesinfektion eine gründliche Seifenwaschung [1].
Welches Händedesinfektionsmittel ist das richtige?
Ausschlaggebend ist das Wirkspektrum. Es muss zu den Erregern passen, mit denen in Ihrem Bereich zu rechnen ist:
| Wirkspektrum | Bedeutung |
|---|---|
| Begrenzt viruzid | Wirksam gegen behüllte Viren (zum Beispiel HIV, Hepatitis B und C, Influenza, Coronaviren). |
| Begrenzt viruzid PLUS | Erweitert das Wirkspektrum um bestimmte unbehüllte Viren, typischerweise Adenoviren, Noroviren und Rotaviren, gemäß den jeweils geprüften Normbedingungen. |
| Viruzid | Wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren. Gegebenenfalls gilt eine verlängerte Einwirkzeit laut Hersteller. |
Orientierung bei der Auswahl bieten die Desinfektionsmittel-Liste des Verbunds für Angewandte Hygiene (VAH) und – für behördlich angeordnete Maßnahmen – die Desinfektionsmittelliste des RKI. EN-Normen wie EN 1500 oder EN 14476 standardisieren dabei die Prüfmethoden; für das Inverkehrbringen gelten zusätzlich die jeweiligen Rechtsvorschriften, etwa das Biozidrecht. Eine passende Auswahl an Präparaten finden Sie in unserer Kategorie Händedesinfektion.
Häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden
- Zu wenig Mittel: Die Hände trocknen vor Ablauf der Einwirkzeit. Abhilfe: eine volle Hohlhand dosieren, bei Bedarf nachnehmen.
- Zu kurz eingerieben: Die angegebene Einwirkzeit wird unterschritten. Abhilfe: mitzählen oder den Aushang am Spender als Taktgeber nutzen.
- Fingerkuppen und Daumen vergessen: Abhilfe: mit diesen Stellen beginnen.
- Handschuhe auf noch feuchte Hände: Medizinische Einmalhandschuhe sollen laut KRINKO nur auf saubere, vollständig trockene Hände angezogen werden, weil Restfeuchte die Haut schädigen und die Perforationsgefahr erhöhen kann [1]. Warten Sie, bis das Mittel ganz aufgetrocknet ist, bevor Sie zu Einmalhandschuhen greifen.
- Umgefüllte Flaschen: Händedesinfektionsmittel sollten nicht in andere Behälter umgefüllt werden. Bakteriensporen können in alkoholischen Mitteln überleben; die KRINKO empfiehlt deshalb Einmalgebinde [1].
Spender richtig platzieren
Die beste Anleitung hilft wenig, wenn der Spender nicht erreichbar ist. Händedesinfektionsmittel gehört dorthin, wo die Indikationen entstehen: an jedes Behandlungs- und Pflegebett, an Ein- und Ausgänge von Arbeitsbereichen und an Stationen, an denen Handschuhe an- und ausgezogen werden. Ellenbogen- oder sensorbediente Desinfektionsmittelspender vermeiden, dass die gerade desinfizierten Hände den Pumpkopf berühren.
Kostenloser Aushang: Händedesinfektion in 6 Schritten (PDF)
Damit die Schritte im Alltag präsent bleiben, haben wir die Anleitung als Aushang im DIN-A4-Format aufbereitet. Er eignet sich für Waschplätze, Spenderstationen, Schulungsräume und Hygienepläne und darf für den eigenen Betrieb, für Schulungen und für Unterrichtszwecke frei ausgedruckt und verwendet werden.
Aushang „Händedesinfektion in 6 Schritten“ herunterladen (PDF)
Sie möchten den Aushang auf Ihrer Website, in einem Wiki oder in Schulungsunterlagen verlinken? Gern – verlinken Sie dazu einfach diese Seite.
Häufige Fragen zur Händedesinfektion
Wie lange muss ich die Hände desinfizieren?
So lange, wie der Hersteller als Einwirkzeit angibt – für die hygienische Händedesinfektion üblicherweise 30 Sekunden. Bei viruzid wirksamen Präparaten kann die Einwirkzeit länger sein. Die Angabe steht auf dem Etikett.
Wie viel Desinfektionsmittel brauche ich?
Etwa 3 bis 5 ml oder eine Hohlhand voll. Maßstab ist, dass beide Hände während der gesamten Einwirkzeit benetzt bleiben.
Muss ich die sechs Schritte genau in dieser Reihenfolge ausführen?
Nein. Die Reihenfolge ist eine Merkhilfe. Laut KRINKO ist eine selbst gewählte Technik gleichwertig, wenn alle Flächen – vor allem Fingerkuppen, Nagelfalze und Daumen – vollständig benetzt werden.
Darf ich die Hände nach dem Desinfizieren abtrocknen?
Nein. Das Mittel soll an der Luft vollständig auftrocknen. Abtrocknen würde die Einwirkzeit verkürzen.
Ersetzt Händewaschen die Desinfektion?
Nein. Waschen entfernt Schmutz, ersetzt aber keine Desinfektion. Gewaschen wird bei sichtbarer Verschmutzung und bei Sporenbildnern, desinfiziert bei allen hygienerelevanten Indikationen.
Kann ich direkt nach der Desinfektion Handschuhe anziehen?
Erst wenn die Hände vollständig trocken sind. Auf feuchter Haut sitzen Handschuhe schlechter, die Haut wird stärker belastet und die Perforationsgefahr steigt.
Darf ich Ringe oder eine Uhr tragen?
In Bereichen, in denen Händedesinfektion durchgeführt wird, nein. Unter Schmuck bleiben Hautstellen unbenetzt, und Erreger können sich dort halten.
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Quellen
[1] Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut: Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Bundesgesundheitsblatt 2016; 59: 1189–1220
[2] Aktion Saubere Hände – nationale Kampagne zur Verbesserung der Händedesinfektion
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und wurde mit KI Unterstützung erstellt. Er ersetzt keine individuelle Arbeitsschutz-, Hygiene-, Rechts- oder Medizinproduktberatung. Für die konkrete Eignung eines Produkts sind Herstellerangaben, Normkennzeichnungen und betriebliche Anforderungen zu prüfen.
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